Wie steht es um unser Trinkwasser?
Wie steht es um unser Trinkwasser? Risiken & Belastungen im Überblick
Rund 60 % des deutschen Trinkwassers stammen aus Grundwasser, 40 % aus Oberflächengewässern. Doch unser Wasser ist heute zunehmend Schadstoffen ausgesetzt – und nicht alles wird vollständig herausgefiltert. In diesem Beitrag erfährst du, welche Stoffe dabei besonders kritisch sind.
Fazit vorab: Nicht alles, was ins Wasser gelangt, wird auch erkannt oder entfernt – hier liegt die große Herausforderung der Wasserversorgung von morgen.
Schwermetalle
Metalle wie Blei, Cadmium, Nickel oder Kupfer können über alte Leitungen oder Umweltbelastung ins Trinkwasser gelangen. Sie lagern sich im Körper an und können Nervensystem, Nieren oder Blutbildung beeinträchtigen. Besonders kritisch: selbst geringe Mengen haben Langzeitwirkung.
Pathogene Erreger & Bakterien
Vor allem bei Rohrbrüchen oder unzureichender Aufbereitung können Keime wie E. coli, Salmonellen oder Pseudomonaden ins Wasser gelangen. Diese stellen insbesondere für Kinder, Schwangere oder Senioren ein Gesundheitsrisiko dar.
Nitrat
Besonders durch intensive Landwirtschaft gelangen Düngemittel ins Grundwasser. Über 27 % der EU-Messstellen zeigen überhöhte Nitratwerte. Im Körper kann Nitrat zu Nitrit umgewandelt werden – ein Stoff, der krebserregende Nitrosamine bilden kann.
Mikroplastik
Die winzigen Kunststoffpartikel wurden bereits in Leitungswasser und Mineralwasser nachgewiesen. Noch ist die Datenlage zur Gesundheitsgefahr nicht eindeutig, doch Hinweise auf Entzündungen und Zellschädigung häufen sich.
Organische Verunreinigungen
Pestizide, Herbizide oder Industriechemikalien gelangen über Böden und Kläranlagenrückstände ins Wasser. Viele dieser Stoffe sind hormonaktiv oder toxisch – und können sich im Körper über Jahre anreichern.
Chlor
Zur Desinfektion wird Chlor häufig eingesetzt – vor allem in sommerlichen Hitzeperioden oder bei mikrobiellen Belastungen. Zwar schützt es kurzfristig, kann aber mit anderen Stoffen im Wasser gesundheitlich bedenkliche Nebenprodukte bilden.
Medikamente und Hormone
Immer mehr Studien zeigen: Rückstände aus Arzneimitteln wie Schmerzmittel, Antibiotika oder Hormonen landen über Urin im Wasserkreislauf – und können in Spuren ins Trinkwasser übergehen. Kläranlagen sind nicht auf diese Stoffe ausgelegt.
👉 Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sein Wasser regelmäßig testen lassen oder auf ein geprüftes Filtersystem zurückgreifen.