Was kostet unser Leitungswasser

Die Kostenbestandteile des Trinkwasserpreises

Ein wichtiger Kostenfaktor ist neben der Geländestruktur auch die Geologie vor Ort. Beide Aspekte spielen eine bedeutende Rolle beim Wassergewinnungsaufwand und Transport. Auch die Siedlungsstruktur sollte hier nicht außer Acht gelassen werden: Leben wenige Menschen weit verstreut, müssen auch lange Wasserleitungen installiert werden. Diese werden dann zum Teil über den Wasserpreis mitfinanziert.

Der gesunkene Wasserverbrauch in Deutschland führt außerdem dazu, dass in vielen Städten der Wasserdurchfluss in den Leitungen derweil zu gering ist. Während 1991 jeder Deutsche im Schnitt noch 144 Liter Wasser pro Tag verbrauchte, waren es 2010 nur noch 121 Liter. Die Wasserbetriebe müssen nun die nicht ausreichend durchspülten Rohre regelmäßig reinigen, um Keime und Schadstoffablagerungen zu entfernen. Die Kosten hierfür spiegeln sich auch im Trinkwassergesamtpreis wider.

Paradox:  Die umfangreichen Fortschritte und Technologien zur Wassereinsparung stellen viele Wasserwerke vor Probleme. Das Rohrleitungssystem in Deutschland ist nicht darauf ausgelegt und muss nun je nach Bedarf zusätzlich durchgespült werden. Dies treibt wiederum den Wasserpreis!

In der Regel belaufen sich die Fixkosten für die Wasserbereitstellung inklusive der kompletten Aufbereitung auf etwa 75 Prozent des finalen Wasserpreises. Dieser Wert ist unabhängig von der abgegebenen Wassermenge. Lediglich etwa 25 Prozent der Versorgungskosten hängen von Ihrem tatsächlichen Trinkwassergebrauch ab.

Die Folgen der Privatisierung von Wasserwerken

In Zeiten knapper Haushaltskassen denken viele Gemeinden natürlich über Alternativen zur Geldbeschaffung nach. Der genaue Ablauf dieser Transaktionen ist allerdings oftmals sehr undurchsichtig. Die meisten Kommunen in Deutschland gehen bei einer Privatisierung der Wasserversorgung mit privaten Unternehmen Partnerschaften ein, um große Projekte finanzierbar zu machen.

In England wurde in den 1980er Jahren unter Margaret Thatcher das Konzept zur Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen wiederentdeckt und im Anschluss von Kommunen weltweit imitiert [3]. Die privatwirtschaftlichen Unternehmen können allerdings das benötigte Wasser nicht günstiger produzieren als die Gemeinden, da sie im Gegensatz zu den öffentlichen Einrichtungen Gewinne erzielen müssen. Als das alte Londoner Wassernetz 1989 privatisiert wurde, wurde Profit durch das Einsparen wichtiger Wartungs- und Erneuerungsarbeiten erzielt.

Gleichzeitig mussten die Preise für die Trinkwasserbereitstellung erhöht werden. Die Folgen waren marode Rohrleitungssysteme, durch die die Hälfte des gewonnenen Wassers wieder im Boden versickerte, sowie Verunreinigungen in den Leitungen.

Private Unternehmen können das benötigte Wasser nicht günstiger als die öffentliche Hand produzieren, daher führen Privatisierungen zwangsläufig zu höheren Kosten.

Erweiterung der Kostenbetrachtung – Das heimische Wasser und seine Vorteile

Mit einem Kubikmeter Wasser, also 1000 Litern, kann der gesamte Wasserbedarf einer Person für neun Tage gedeckt oder etwa 5550 Tassen Kaffee gekocht werden. Die heimische und ständig verfügbare Flüssigkeit hat also einen enormen Vorteil. Neben dem hohen Komfort, brauchen Sie sich auch nicht um den Transport sowie mitunter den umweltbelastenden Verpackungsmüll kümmern.

Das aufbereitete Wasser darf zusätzlich nur dann zu Ihrem Haushalt geleitet werden, wenn es den strengen Qualitätskriterien gerecht wird.
Leider reichen diese nicht aus, da viele nicht regulierte Schadstoffe in Leitungswasser landen wie Medikamentenrückstände, polare Pestizide oder einfach nur gelöste giftige Schwermetalle aus dem Rohrnetz oder den heimischen Wasserleitungen.

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