GLOBALE VERTEILUNG DES WASSERS

Lesedauer: 4min

Wie viel Wasser gibt es auf der Erde?

Die Oberfläche der Erde ist zu etwa 2/3 mit Wasser bedeckt. Die Wasserreserven der Welt fassen insgesamt ca. 1,4 Milliarden km³ Wasser. Der Großteil davon besteht aus Salzwasser (ca. 97%) und fließt in den Ozeanen und Meeren. Süßwasser macht mit etwa 35 Millionen km³ Wasser gerade einmal 3% der weltweiten Wasservorräte aus. Das Meiste davon ist als Eis in den Gletschern der Arktis und Antarktis gebunden oder befindet sich als Grundwasser tief unter der Erde. Ob als Trinkwasser oder zur Bewässerung von Feldern – wirklich zugänglich ist für uns Menschen nur ein sehr geringer Teil der Süßwasservorräte von 0,3% in Seen und Flüssen.

Wasserverbrauch weltweit

Kommunen und Privathaushalte machen mit zwölf Prozent nur einen vergleichsweise kleinen Anteil des weltweiten Wasserverbrauchs aus. Selbst die Industrie verbraucht – inklusive der Energieproduktion – gerade einmal 19 Prozent des Süßwassers, das uns weltweit zur Verfügung steht.

Den Großteil verbraucht die Landwirtschaft mit 69 Prozent, denn die Flächen, auf denen ein Großteil aller Lebensmittel wächst, müssen künstlich bewässert werden. Auch Viehzucht und Aquakultur erfordern den Einsatz großer Wassermengen. So beträgt der Wasserverbrauch für die Deckung des Tagesbedarfs mit Rindfleisch etwa 28.000 Liter Wasser, schreibt das Umweltbundesamt.

Am höchsten ist der Pro-Kopf-Wasserverbrauch übrigens in den Industrieländern. Nach Angaben der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen sind Indien, China, die USA, Pakistan, Indonesien, Iran, Vietnam, die Philippinen, Japan sowie Mexiko die zehn Staaten, die der Erde am meisten Wasser entnehmen.

Wasserknappheit

In den Köpfen vieler Mitteleuropäer hat sich ein fataler Irrtum festgesetzt, der die Menschen zu einem sorglosen Umgang mit Wasser verleitet: Für Europa besteht in näherer Zukunft keine Gefahr, selbst von einem unmittelbaren Wassermangel betroffen zu sein.

Wie wenig dieser Gedanke mit der Realität zu tun hat, beweist ein Blick in aktuellen Forschungen, welche sich mit der Trinkwasserversorgung auseinandersetzen. Das Langzeitprojekt wird gemeinsam von der Sonderorganisation WHO sowie der Organisation UNICEF durchgeführt.

Laut UNICEF haben weltweit rund 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Etwa 785 Millionen Menschen haben nicht einmal eine Grundversorgung mit Wasser (Stand 2020). Das sind unfassbare Zahlen, die zum Nachdenken im Umgang mit unserem Trinkwasser anregen sollen. Allein in den Industrieländern müssen über 4 Millionen Menschen ohne reines Wasser auskommen. Weitere 13 Millionen Menschen kämpfen mit genau demselben Problem in Nordafrika. Diese Fakten spiegeln eine erschreckende Realität wider. Die dramatische Reduzierung des verfügbaren Trinkwassers geschieht oftmals außerhalb unserer bewussten Wahrnehmung. Häufig findet ein Umdenken erst dann statt, wenn das eigene Land, die eigene Region oder die eigene Gemeinde direkt von dieser Problematik betroffen ist. Unglücklicherweise fällt der Entschluss, bewusst Wasser zu sparen, jedoch oft viel zu spät.

Die deutsche UNESCO-Kommission prognostiziert, dass sich die weltweite Lage in den kommenden Jahren rasant verschlechtern wird. So sind sich hier zahlreiche Experten einig, dass bereits im Jahr 2050 bis zu 5,7 Milliarden Menschen mit dem Problem der Wasserknappheit betroffen sein werden. Diese dramatische Verknappung von Trinkwasser wird die Einwohner von voraussichtlich 60 Ländern der Erde betreffen. In weiterer Folge ist es nur logisch, dass zukünftige Kriege nicht mehr um Erdöl oder Bodenschätze, sondern um sauberes Trinkwasser geführt werden.

Wasser Privatisierung

Die Vereinten Nationen erkannten 2010 das Recht auf Trinkwasser als menschliches Grundrecht an. Kritiker warnen, dass die Privatisierung dieses Recht in Gefahr bringen würde. Im Fall der Privatisierung ist Wasser ein kommerzielles Gut und somit nicht länger auf die Erfüllung eines menschlichen Grundbedürfnisses ausgerichtet, sondern auf Profit. Wer für das Wasser bezahlen kann, der kann Wasser trinken und somit leben. Für Menschen ohne Einkommen könnte das Leben in Gefahr sein. Zuletzt kritisieren Gegner der Privatisierung, dass die Firmen operieren, ohne sich über die Umwelt Gedanken zu machen.

Um die Schweizer Firma Nestlé, welche bereits Marktführer im Wasservertrieb ist, treten immer wieder Skandale auf. Sie füllen an einigen Orten so großen Mengen Trinkwasser ab, dass für die lokale Bevölkerung nur wenig übrigbleibt. Derartige Konzerne machen keinen Halt davor, in dürregeplagten Gebieten Wasser zu pumpen, selbst wenn die Menschen vor Ort verdursten.

 
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram

https://www.quarks.de/umwelt/faq-so-viel-wasser-gibt-es-auf-der-erde/
https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/weltwassertag-2020-zehn-fakten-ueber-wasser/172968
https://praxistipps.focus.de/trinkwasser-privatisierung-was-sie-darueber-wissen-sollten_106125
https://www.heizsparer.de/spartipps/wasser-sparen/wasserknappheit

Aufgaben von Wasser im Körper

Das Wasser hat viele verschiedene Aufgaben, die schon bei leichter Unterversorgung nicht mehr in vollem Umfang erfüllt werden können. Wasser ist ein Transport- und Lösungsmittel, es dient als Nährstoffträger, Wärmeregulator, Bau- und Reaktionsstoff.
weiterlesen…

Wahrheit über unser Wasser

In Deutschland werden die Grenzwerte für Trinkwasser durch die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) festgelegt. Diese gibt sowohl für bakterielle als auch für chemische Verunreinigungen Grenzwerte vor, die Gesundheitsgefahren für Verbraucher ausschließen sollen. weiterlesen…
water gcc4af34f5 1280

Schadstoffe im Trinkwasser

Wie steht um die Trinkwasserqualität? In Deutschland werden 60% des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen, die verbleibenden 40% aus Oberflächenwasser.Damit ist das Trinkwasser viel unmittelbarer durch die Einbringung und Anreicherung von Schadstoffen betroffen. Untersucht man Trinkwasser gezielt auf Schadstoffe, stellt man eine steigende Belastung durch verschiedenste Stoffe fest. Mit Blick auf mögliche gesundheitliche Risiken, gibt das

weiter lesen ...
pexels aleksandar pasaric 15304231

Grenzwerte für Trinkwasser

Grenzwerte für Trinkwasser Das best kontrolliertes Lebensmittel! Die Grenzwerte sind in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) aufgelistet, die regelmäßig aktualisiert wird. Ziel ist es, ein reines und genusstaugliches Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Die Trinkwasserverordnung ist in unterschiedliche Rubriken gegliedert, wie die chemischen Anforderungen, die mikrobiologischen Anforderungen und die radiologischen Anforderungen. Anforderungen chemischer Inhaltsstoffe Durch den Menschen

weiter lesen ...
koli bacteria 123081 640

Keime und Bakterien

Was sind Keime und Bakterien? Wo treten sie auf? Keime kommen überall vor, auf Ihrer Haut, auf Pflanzen, in der Luft oder auch in deinem Leitungswasser. Keime ist ein Oberbegriff für Mikroorganismen.  Diese können auf den Menschen sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Mikroorganismen lassen sich in drei Kategorien einteilen Pilze, Viren und Bakterien.

weiter lesen ...
hand 3632914 1920

Medikamente

Immer mehr Medikamente im Trinkwasser Ganz egal ob Antibiotika oder Schmerzmittel, etliche Arzneimittel lassen sich im Trinkwasser nachweisen. 2011 hat das Umweltbundesamt 23 Wirkstoffe im Trinkwasser entdeckt, 55 im Grundwasser und bei Seen und Flüssen liegt die Zahl sogar im dreistelligen Bereich. Aber wie gelangen diese Substanzen in unser Wasser und was hat das für Folgen

weiter lesen ...
pollution 359017 640

Mikroplastik

Definition: Was ist Mikroplastik? Als Mikroplastik werden all jene Plastikpartikel bezeichnen, die kleiner sind als fünf Millimeter (1.000 µm = 1 mm). Meistens sind sie jedoch noch wesentlich kleiner und können mit dem bloßen Auge gerade noch so erkannt werden. Darüber hinaus gibt es Partikel im Mikro- und Nanometerbereich, die ohne Mikroskop gar nicht mehr

weiter lesen ...
white blood cell 543471 640

Hormone

Was sind Hormone? Hormone sind bekannt dafür, im menschlichen Körper eine wichtige Funktion zu übernehmen. Sie gelten als Signal- und Botenstoffe, die verschiedene Funktionen im Körper regulieren und Informationen übermitteln. So werden der Blutdruck, der Wasserhaushalt und auch der Blutzuckerspiegel mit Hormonen gesteuert. Das Hormon wird dabei von der hormonproduzierenden Zelle in die Blutbahn oder

weiter lesen ...
Scroll to Top